Apfelschnecke - Pomacea bridgesi

Apfelschnecken sind neben Rennschnecken die einzige Art bei der es sehr unwahrscheinlich ist sich durch Pflanzen welche einzuschleppen. Sie werden gezielt ins Aquarium eingebracht. Bei den Apfelschnecken gibt es einige Unterarten, die für das Aquarium nur bedingt geeignet sind, da sie sich an Pflanzen vergreifen. Die hier beschriebene Apfelschnecke würde sich nur bei Nahrungsmangel (und wann besteht der schon im Aquarium?) an den Pflanzen vergreifen. Auch für Fischlaich ist sie nicht gefährlich.

 

Urprünglich stammt die P. bridgesi aus Mittel- bzw- Südamerika. Es gibt sie in unterschiedlichen Gehäuse- und Fußfarben und in Kombinationen daraus. Ich selber pflege welche mit weißem Fuß und gelben Gehäuse, deshalb nur Fotos von dieser Sorte. Es gibt sie auch in blau oder auch mit Streifen usw. Sie werden ungefähr 5 cm groß (Gehäuse) und sind mit durchschnittlich sechs Monaten geschlechtsreif. Wie die Turmdeckelschencken besitzen sie einen Deckel mit dem sie sich bei Gefahr im Gehäuse schützen.

 

Apfelschnecken sind keine Zwitter, man braucht also für die Nachzucht mindestens zwei Stück, da die Geschlechter auf Anhieb nicht zu unterscheiden sind. Sie sind sexuell sehr aktiv; häufig kann ich zwei meiner Apfelschnecken beim "Kuscheln" beobachten. Ich bin dann schon vorgewarnt, denn danach müssen Eier gelegt werden. :-) In der Natur kleben sie ihre Gelege an Binsen außerhalb des Wassers an, die Gelege bleiben durch die Verdunstung intakt und reifen. Im Aquarium kleben sie ihre 200-400 Eier umfassenden Gelege unter die Abdeckung (aus diesem Grund können und sollten Apfelschnecken nicht in offenen Aquarien gepflegt werden, da sie aus dem Becken steigen würden und dann natürlich nicht mehr zurückfinden). Man kann die Gelege dann entweder entfernen oder zum "Ausbrüten" auf einen der Glastege oder auf ein Stück schwimmendes Styropor legen. Vor dem Schlupf verflüssigt sich das Gelege und die Kleinen suchen sich ihren Weg ins Wasser. Dort fressen sie Algen und Gemüse oder auch Futterreste, genau wie andere Schnecken auch.

 

Die Dauer bis zum Schlupf ist abhängig von der Temperatur: Die Mindesttemperatur für Apfelschnecken liegt bei 18° C. Bei dieser Temperatur sind die Schnecken sehr langsam und träge; die Lebenserwartung liegt bei vier Jahren. Ein Gelege braucht bei 18° C vier Wochen bis zum Schlupf.

Die Höchsttemperatur bei der Apfelschnecken dauerhaft gepflegt werden können liegt bei 28° C. (Temperaturschwankungen im Sommer bis zu 30° C. werden toleriert). Die Schnecken sind bei dieser Temperatur sehr aktiv; die Lebenserwartung liegt aber nur bei einem Jahr. Ein Gelege braucht nur 10-14 Tage bis zum Schlupf.

 

Apfelschnecken reagieren empfindlich auf den Einsatz von Medikamenten, speziell gegen diejenigen, die Kupfer enthalten. Auch im Leitungswasser kann Kupfer enthalten sein, deshalb sollte der Wasserwechsel nur mit kaltem Wasser durchgeführt werden. Am wohlsten fühlen sich Apfelschnecken übrigens in mittelhartem oder hartem Wasser, da sie hier ihre Gehäuse am besten aufbauen können. Aber sie können auch in weichem Wasser gepflegt werden, allerdings sind erst die Nachzuchten in der Lage lange in weichem Wasser zu überleben. Die Eltern erleiden häufig Gehäuseschäden. Verendete Apfelschnecken müssen so schnell wie möglich aus dem Aquarium entfernt werden, da die Wasserbelastung ansonsten so hoch werden kann, dass die Fische verenden (Stichwort: Nitritpeak).

Regelmäßig müssen Apfelschnecken an die Wasseroberfläche um mit ihrem Atemrohr, dem sog. Siphon, ihren Luftvorrat aufzufüllen. Das ausgestreckte Siphon kann bis zu 8 cm ausgefahren werden; meine Apfelschnecken sitzen teilweise in der Mitte des Aquariums auf einem Blatt und meinen, dass sie vielleicht doch bis zur Oberfläche kommen...und noch ein bißchen strecken...Mist, klappt doch nicht...ein todesmutiger Sturz in die Tiefe...und dann doch die Scheibe rauf. Sind schon tolle Pfleglinge, allerdings sind sie nicht mit allen Fischen zu vergesellschaften. Wichtig ist, dass die Fische nicht an den Fühlern und vor allem am Siphon der Schnecke zupfen. Apfelschnecken können kaum sehen und orientieren sich mit Geruch und Tastsinn. Bei Verlust der Fühler oder des Siphons geht die Schnecke genauso wie bei zuviel Stress ein. Fische wie Prachtschmerlen und Kugelfische, die in Schnecken ihre Nahrung sehen, werden natürlich auch Apfelschnecken fressen.