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Mein großer Freund
Der derzeit größte Bewohner
meines Aquariums ist ein großer Schilderwels (mit lat. Namen:
Liposarcus pardalis). Er ist vier Jahre alt und wurde meiner Mutter
als Jungtier mit der Bezeichnung "Antennenwels" für gerade
mal fünf Mark verkauft! Aufgewachsen ist er in einem 100x40x40
cm Aquarium, welches ich dann von meiner Mutter übernahm. Da er
immer größer wurde, entschloß ich mich, ihm ein größeres
zu Hause zu schaffen. Also wurde mein jetztiges 300-Liter Aquarium angeschafft.
Obwohl der arme Kerl mit inzwischen ca. 45 cm Länge für das
Becken viel zu groß ist, bilde ich mir ein, dass es ihm bei mir
gut geht, da ich über seine Eigenarten und Fressgewohnheiten Bescheid
weiß. Es ist leider nicht einfach, für so einen großen
Wels ein geeignetes zu Hause zu finden. Da ich nicht wollte, dass er
u. U. in ein noch kleineres Aquarium kommt, habe ich ihn nicht an einen
Zierfischhändler geben wollen. Mittlerweile habe ich die Zusage,
dass er in einem Zoo in unserer Nähe untergebracht werden kann.
Nähere Infos und Fotos von seinem neuen zu Hause stelle ich bereit,
sobald er es bezogen hat.
-Der
Umzug-
Pflege
Bei so einem Tier müssen viele
Faktoren berücksichtigt werden, um ihn angemessen pflegen zu können:
1. Größe des Aquariums
Bei einem Tier, das eine Endgröße von ca. 50 cm erreicht,
sollte das Aquarium natürlich entsprechend groß sein. Die
Mindestgröße des Aquariums, in dem man das Tier dauerhaft
pflegen möchte, sollte die vierfache Länge des (ausgewachsenen)
Tieres nicht unterschreiten. Ich denke das kleinste geeignete Aquarium
hat die Maße 200x60x60 cm.
2. Bepflanzung
Mein Aquarium ist nicht sehr dicht bepflanzt, da er Platz braucht um
sich bewegen zu können. Davon mal abgesehen ist es bei seiner Größe
auch sehr schwierig geeignete Pflanzen zu finden. Stengelpflanzen wie
z. B. Wasserpest schwammen nach kurzer Zeit an der Wasseroberfläche;
inzwischen ist die überlebende Wasserpest in mein kleines Aquarium
gewandert. Die meisten Echinodorus-Arten werden von ihm entweder als
Salat angesehen oder kaputt geputzt, so dass ich nach mehreren erfolglosen
Versuchen keine Echinodorus mehr nachgekauft habe. Stattdessen begann
ich barschfeste Pflanzen einzusetzten, die er zwar hin und wieder ausreißt
aber doch zumindest nicht frisst.
3. Bodengrund
Der Bodengrund muss aus feinem, abgerundetem Kies (oder Sand) bestehen,
da alle Harnischwelse (gilt übrigens auch für alle Corydoras-Arten)
in engem Kontakt mit dem Boden leben. Grober, scharfkantiger Kies wird
zwangsläufig zu Verletzungen und häufig sogar zum Tode führen!
Desweiteren braucht mein Schilderwels viel Platz um sich überhaupt
bewegen zu können (leider hat er nur eine Bodenfläche von
120x50cm), also ist nur ca. 30% der Bodenfläche bepflanzt.
4. Filterung
Ein groß dimensionierter Filter ist bei einem Wels dieser Art
sehr wichtig, da er natürlich aufgrund seiner Körpergröße
viel Dreck macht. Ich betreibe das Aquarium mit dem Eheim Prof. Filter
2226 (angegeben für Aquarien bis 350 Liter) und muss sagen, dass
ich wohl doch besser den größeren genommen hätte. Leider
setzt sich der Filter so schnell zu, dass ich ihn ca. alle drei Monate
reinigen muss, was nicht gerade angenehm und zudem sehr zeitaufwendig
ist.
5. Futter
Mein Schilderwels ist ein Allesfresser. Er bevorzugt allerdings frische
pflanzliche Kost. Mindestens einmal in der Woche bekommt er eine halbe,
in der Mitte gespaltene und wegen evt. Schadstoffen geschälte Gurke.
Auch Zucchini frisst er sehr gerne. Ich lasse die Gurke bzw. Zucchini
an der Wasseroberfläche treiben, er raspelt dann das Weiche aus
der Mitte heraus. Nach einigen Stunden nehme ich dann die Reste wieder
raus, denn wenn das Gemüse zu lange im Wasser bleibt, kann es durch
die Zersetzungsprozesse zu einer Trübung des Wassers führen.
Mir ist berichtet worden, daß wohl auch Erbsen, Rosenkohl, Spinat
und ähnliches gefressen wird, aber meiner hat es nie angenommen.
Ansonsten füttere ich ihn gezielt mit JBL NovoTab, das sind Futtertabs,
die an der Scheibe haften. Von denen bekommt er abends zwischen drei
und fünf Stück an die Scheibe geklebt, wenn es keine Gurke
gegeben hat. Er mag auch gerne Frostfutter: Mückenlarven findet
er super ;-)) Natürlich frisst er auch das "normale"
Flocken- und Granulatfutter, was die anderen Fische bekommen. Übrigens
ist das Vorhandensein von Wurzeln im Aquarium für Harnischwelse
lebenswichtig!
Sie brauchen abgeraspelte Holzspäne zur Verdauung.
6. Vergesellschaftung
Soweit ich festgestellt habe, ist dieser Wels sehr ruhig und unkompliziert.
Ich hatte nur einmal Probleme mit ihm und zwar, als ich kurzzeitig die
beiden Schilderwelse meiner Freundin in Pflege hatte (wegen ihrem Umzug).
Die beiden wurden von ihm gejagt, da er sein Revier gegen sie verteidigte.
Mit allem, was mehr als die Hälfte kleiner ist als er, hat er keine
Schwierigkeiten; den Antennenwels lässt er ganz in Ruhe.
7. Beleuchtung
Welse, egal ob Panzer- oder Harnischwelse, mögen es -generell gesagt-
nicht so hell. Eine Schwimmpflanzendecke aus z. B. Wasserlinsen oder
Muschelblumen eignet sich gut zum abschatten. Bei zu hellen Aquarien
könnten die Tiere scheu werden und man bekommt seine Lieblinge
nur noch sehr selten zu sehen.
Übrigens ist der verbreitete
Glaube, dass sich Fische der Beckengröße anpassen, schlichtweg
falsch. Das beste Beispiel ist mein großer Wels. Fische, die ihre
Endgröße nicht erreichen (errreicht haben), leiden wegen
schlechter Haltungsbedingungen an Kümmerwuchs und versterben häufig
ohne ihr mögliches Alter auch nur annähernd erreicht zu haben.
Deshalb sollte man unbedingt vermeiden Fische zu pflegen, deren Endgröße
die Kapazität des eigenen Aquariums überschreitet, ein guter
Richtwert ist:
Beckengröße= mindestens die vierfache Länge des (ausgewachsenen)
Fisches.
Warnung vor dem Wels!

Regelmäßig werden mein
Schilderwels sowie der Wabenschilderwels (Glyptoperychthys_gibbiceps)
als Jungtiere für sehr wenig Geld im Handel angeboten. Kaum ein
Verkäufer macht einen unerfahrenen Aquarianer darauf aufmerksam,
wie groß diese Tiere werden können. Ich finde es sehr traurig,
dass diese Welse trotz ihrer Endgröße von immerhin 50 cm
immer noch in den Läden verkauft werden. Also bitte immer vor dem
Kauf sich über den "Wunschwels" informieren, aber nicht
in dem Laden sondern besser zu Hause in den Mergus schauen oder im Internet
stöbern, da ich leider schon viel zu oft feststellen mußte,
dass die Verkäufer in Zierfischläden meistens überhaupt
keine Ahnung haben (natürlich bestätigen einige wenige Ausnahmen
die Regel).
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